Nachfolgeguide - Unternehmensnachfolge, Betriebsnachfolge, Firmennachfolge
Nachfolgeplanung

Nachfolgeplan

Um eine erfolgreiche Planung der Nachfolge erreichen zu können, ist es notwendig einen Nachfolgeplan zu erarbeiten. Der Nachfolgeplan soll alle relevanten betriebswirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und psychologischen Aspekten beinhalten. Die Erstellung eines Nachfolgeplans hat für den Unternehmensübergeber sowie für den Unternehmensübernehmer Vorteile - beide erhalten ein genaues Bild von dem Unternehmen.
 
In diesem Abschnitt wird eine genaue Darstellung des Nachfolgeprozesses veranschaulicht. Es werden die Aufgaben des Übernehmers und des Übergebers innerhalb des Nachfolgeprozesses beschrieben um einen reibungslosen Übergabeprozess zu ermöglichen. 

Im Folgenden werden die einzelnen Bestandteile des Nachfolgeplans beschrieben.

 

1. Executive Summary

Die Executive Summary soll einen schnellen Überblick über den Inhalt des Nachfolgeplans schaffen. Es sollen die wichtigsten Punkte des Plans kurz und prägnant dargestellt werden.

 

2. Produkt/Dienstleistung

Der Punkt "Produkt/Dienstleistung" spielt bei der Nachfolgeplanung eher eine untergeordnete Rolle, da die Produktpalette des Unternehmens übernommen wird. Jedoch darf nicht darauf verzichtet werden, die bestehenenden  Produkte zu analysieren um Informationen für eventuell notwendige Änderungen  im Produktprogramm zu erhalten. Hierzu dienen zum Beispiel Analysen wie die Portfolioanalyse der Boston Consulting Group oder einfache Deckungsbeitragskalkulationen.

 

3. Unternehmerteam

Dieser Punkt dient zur Beschreibung des Übergebers und des Übernehmers, wobei deren Positionen, Interessen und Ziele dargestellt werden. Weiters sollte der Ablauf der Einführung des Übernehmers in das Unternehmen und dessen Aufgabengebiete beschrieben werden. Dieser Punkt beinhaltet auch Informationen über den Übernehmer, die für Kapitalgerber und Mitarbeiter von Interesse sein können. 

 

4. Marketing

Der Marketingplan soll dem Übernehmer über alle bestehenden Marketingaktivitäten des Unternehmens informieren und es sollen auch breits die zukünftigen Aktivitäten geklärt und festgesetzt werden. Im Falle eines guten, bestehenden Marketingkonzeptes wird der Übergeber dieses weiterführen und gemeinsam mit dem Übergeber das zukünftige Marketing planen. Ist es jedoch der Fall, dass das besehende Marketingkonzept Mängel aufweist,  müssen diverse Ananlysen wie beispielsweise eine SWOT-Analyse, Zielmarktanalyse, Konkurrenzanalyse, etc. durchgeführt werden um Verbesserungsmaßnahmen treffen zu können. Die Anwendung dieser Analysen empfiehlt sich allerdings auch bei der Weiterführung des bestehenden Konzeptes.

 

 5. Geschäftssystem und Organisation

Das  Organigramm eines Unternehmen stellt die Organisationsstruktur des Unternehmens graphisch dar. Dadurch sollen der Ablauf und die Entscheidungswege im Unternehmen aufgezeigt werden. Je kürzer die Entscheidungswege, desto flexibler ist das Unternehmen, d.h. rasche Reaktionen auf etweige Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld des Unternehmens sind jederzeit möglich. Diese Struktur wird von Finanzpartnern gerne gesehen.

Weitere organisatorische Aspekte sind Unternehmenskultur, Führung, Verantwortungen, Personalplanung und Arbeitsaufteilung. Für diese Punkte ist es wichtig die Verantwortungsbereiche zwischen Übergeber und Übernehmer klar zu regeln.

 

 6. Realisierungsfahrplan

Im Realisierungsfahrplan wird der Schwerpunkt auf die Nachfolgeregelung gelegt. In diesem Abschnitt sollte ein geeigneter zeitlicher Ablauf zur Unternehmensnachfolge entworfen werden, mit welchem Übergeber und Übernehmer einverstanden sind.
 
Einerseits ist eine derartige zeitliche Regelung für den Unternehmensübergeber nötig, um sich leichter vom Unternehmen lösen zu können, andererseits gibt es dem Übernehmer eine gewisse Sicherheit für den Verlauf Übernahme.

Insbesondere bei familieninternen Nachfolgeprozessen verbirgt sich immer ein hohes Konfliktpotential.  Ein ausgearbeiteter Realisierungsfahrplan zur Nachfolge ist der erste Schritt dieses zu minimieren.

Weitere Informationen zum Thema Konflikte finden Sie unter:

 

7. Risiken

Die Risiken im Nachfolgeprozess lassen sich grob in zwei Kategorien untergliedern:

7.1. Das Risiko im Unternehmen:

Das Risiko im Unternehmen besteht allgemein darin, dass die Übergabe an den Nachfolger scheitert.


7.2. Das Risiko des Marktumfeldes:

Während des Übergabeprozesses kann sich der Markt verändern wodurch Risiken entstehen können. Übergeber und Übernehmer müssen somit alle Risiken in Betracht ziehen und verschiedene Zukunfts-Szenarien mit dazugehörigen Maßnahmenpaketen zur Bewältigung aufstellen. Ein Beispiel hierzu ist das Auslaufen bestehender Langzeitverträge mit wichtigen Lieferanten.

 

8. Finanzplanung

Die Finanzplanung spielt in der Nachfolgeplanung eine wichtige Rolle. Dem Übergeber erwarten nach dem Ausstieg aus dem Unternehmen eine angemessene Ablöse oder Rentenzahlung für das Lebenswerk. Andererseits sollte beim Zahlungsvolumen und der Form der Zahlungsmodalitäten darauf geachtet werden, dass sich diese nicht negativ auf die finanzielle Situation des Unternehmens auswirkt und somit die Liquidität und der Fortbestand des Unternehmens gefärdet wird.  


Auf jeden Fall sollten Cash Flow-, Bilanz- und Erfolgsrechnungen durchgeführt werden, um Prognosen für die zukünftige Finanzlage des Unternehmens erstellen zu können. Weiters von Bedeutung ist die Klärung und Bewertung der ausstehenden Debitoren und Kreditoren, eine Beschreibung und Bewertung des Anlage- und Umlaufvermögens sowie das Durchführen einer Liquiditätsanalyse.

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