Nachfolgeguide - Unternehmensnachfolge, Betriebsnachfolge, Firmennachfolge
Steuerrecht

Versorgungsrenten

Diese Renten werden aus Anlass der Übertragung von Betrieben, Teilbetrieben oder Mitunternehmeranteilen vereinbart und stellen keine adäquate Gegenleistung dar. Eine nicht adäquate Gegenleistung liegt dann vor, wenn das Verhältnis zwischen dem versicherungsmathematischen Rentenbarwert zuzüglich allfälliger Einmalbeträge und dem Wert des Betriebsvermögens unter 75 % oder zwischen 125 % und 200 % liegt. 

  • Die Renten werden als außerbetrieblich gesehen, wenn das Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung privat veranlasst ist, beispielsweise bei einer familieninternen Übergabe. Bei Gewährung einer außerbetrieblichen Versorgungsrente ist der übernommene Betrieb beim Rentenzahler zu Buchwerten fortzuführen. Bei ihm sind die Renten ab der ersten Zahlung als Sonderausgaben zu behandeln. Für den Empfänger sind sie ab dem ersten Empfang wiederkehrende Einkünfte und werden nach dem Tarif im Zeitpunkt des Zuflusses besteuert.
  • Die Versorgungsrenten werden als betrieblich veranlasst betrachtet, wenn das Unternehmen von einem externen Dritten übernommen wurde und deren Empfänger der bisherige Besitzer ist. Bei Vorliegen einer betrieblichen Rente sind die Rentenzahlungen beim Zahler als Betriebsausgaben abzugsfähig und beim Empfänger nachträgliche Betriebseinnahmen der jeweiligen Einkunftsart.

Bei der Unternehmensübertragung gegen Versorgungsrente liegt ein Vorteil darin, dass die Besteuerung mangels Vorliegens eines Veräußerungsgewinns nicht sofort in voller Höhe fällig ist, sondern erst nach und nach in den Folgejahren erfolgt. Die Versorgungsrente kommt in der Praxis bei Übertragung von kleinen Familienunternehmen vor, wenn dadurch die Vorsorge der älteren Generation gesichert werden soll. Trotzdem kommen solche Fälle relativ selten vor, da die meisten Unternehmensnachfolgen im Familienkreis im Wege der Schenkung erfolgen.

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