Nachfolgeguide - Unternehmensnachfolge, Betriebsnachfolge, Firmennachfolge
Steuerrecht

Definition der ertragsteuerlich relevanten Nachfolgevorgänge

Veräußerung ist eine entgeltliche Übertragung (Verkauf, Tausch etc.) des Eigentums an Betriebsvermögen auf eine andere natürliche oder juristische Person.

  • Bei der Veräußerung des ganzen Betriebes bleibt dieser als lebender Organismus bestehen und wird mit seinen wesentlichen Betriebsgrundlagen in einem einzigen Vorgang an einen einzigen Erwerber übertragen. Somit ist der Käufer in der Lage dieselbe Erwerbstätigkeit fortzuführen. Die wesentlichen Betriebsgrundlagen werden nach dem Unternehmenstypus bestimmt. Das ist für einen Arzt der Patientenstock, für ein Produktionsunternehmen Betriebsgelände und Maschinen, für einen Gastronomiebetrieb Gastlokal und Einrichtung.
  • Veräußerung eines Teilbetriebes liegt vor, wenn ein organisch in sich geschlossener, mit einer gewissen Selbständigkeit und eigenständiger Lebensfähigkeit ausgestatteter Teil des Betriebes einem Dritten entgeltlich übertragen wird. Wichtig ist, dass dieser Unternehmensteil eine weitere Tätigkeit ermöglicht.
  • Veräußerung eines Mitunternehmensteils entsteht, wenn ein Mitunternehmer aus der Gesellschaft ausscheidet und sein Teil entweder durch die übrigen Gesellschafter oder durch einen neu Eintretenden übernommen wird. Der Veräußerungsgewinn ergibt sich dabei als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Stand des Kapitalkontos.
  • Die Einstellung (Aufgabe) eines Betriebes beziehungsweise das Fehlen einer Unternehmensnachfolge wird ebenso steuerlich erfasst, unabhängig davon ob das Vermögen veräußert oder ins Privatvermögen übernommen wird. Wird der Betrieb verpachtet und besteht keine Absicht ihn später wieder aufzunehmen, so ist der Vorgang einer Betriebsaufgabe gleichzustellen. In diesem Fall ist ein Aufgabegewinn zu ermitteln und zu besteuern.
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