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Steuerrecht

Verkauf von Kapitalgesellschaftsanteilen

Beim Verkauf von Anteilen einer Gesellschaft muss beachtet werden, ob die Anteile im Privatvermögen oder im Betriebsvermögen des Veräußerers gehalten werden. Diese Unterscheidung wird nur dann nicht gemacht, wenn eine Beteiligung innerhalb eines Jahres nach Erwerb verkauft wird, da dies jedenfalls eine Besteuerung des Spekulationsgewinns auslöst.

Wenn die Beteiligung zum Betriebsvermögen gehört, ist die Veräußerung und die Aufdeckung der stillen Reserven steuerpflichtig. Besteuert wird der Unterschiedsbetrag zwischen Veräußerungserlös und Buchwert der Beteiligung. Wird die Beteiligung im Privatvermögen gehalten, ist der Veräußerungsvorgang nur dann steuerpflichtig, wenn der Verkäufer Anteile von mehr als 1 % innerhalb der letzten fünf Jahre besessen hat. In diesem Fall wird der Unterschiedsbetrag zwischen Veräußerungserlös und Anschaffungskosten versteuert.

Die Veräußerungsgewinne werden mit dem halben Durchschnittssteuersatz besteuert, wenn die Beteiligung länger als ein Jahr im Vermögen gehalten wurde und (im Fall des Haltens im Betriebsvermögen) auf ihre Anschaffungskosten keine stillen Reserven übertragen worden sind oder ein niedrigerer Teilwert angesetzt worden ist.  Für Beteiligungen, die zum Privatvermögen gehören, hat der Gesetzgeber auch die Anrechnung der Erbschafts- und Schenkungssteuer vorgesehen, wenn der Vorgang nicht länger als drei Jahre vor der Veräußerung liegt.

Verkauft eine Körperschaft eine Beteiligung, so unterliegt der Veräußerungsgewinn der Körperschaftsteuer iHv 25 %. In diesem Fall ist keine Begünstigung vorgesehen, weil die Körperschaftsteuer ohnehin der Hälfte des Spitzensteuersatzes für natürliche Personen entspricht.

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